Zur Halbzeit freuen sich die Händler am Wasserturm über weitgereiste Besucher und schöne Atmosphäre
Christbaumschmuck aus Glas, Halsketten und Ohrringe mit Naturblüten, handstrickte Mützen und feine Liköre: Der Mannheimer Weihnachtsmarkt am Wasserturm bietet eine große Vielfalt an Glitzerndem und Besonderem für Gabentisch und Gaumen. Zur Halbzeit gibt es schon gute Geschäfte, wie eine Umfrage bei 20 Prozent der Händler ergab. So sind zum Beispiel die süßen roten Kinderponchos schon ausverkauft und werden nachgeliefert. Für die zweite Hälfte hoffen die Aussteller vor allem auf trockenes Wetter.
Besonders kauffreudig sind die Touristen aus den USA und aus der Schweiz, die mit Flusskreuzfahrtschiffen und Bussen anreisen. Schon gegen Mittag bummeln sie entspannt durch die Hüttengassen und lassen sich einpacken, was sie als typisch deutsch erkennen: Pyramiden, Räuchermännchen und Christbaumschmuck aus dem Erzgebirge, Glasbläserkunst aus Thüringen, farbige Weihnachtssterne aus Papier und heimischen Honig. Sehr beliebt sind auch die Wollsachen aus Estland. Sie wurden sogar schon nach Florida verkauft, und das nicht der Kälte wegen. Beim Bummeln genießen die Weitgereisten ihren Glühwein aus Sammeltassen, die dann auch mit nach Übersee dürfen.
Wer Geschenke shoppen will, wird bei handgemachtem Schmuck aus Ton und Naturstein, Büchern und Kalendern, Spielen, Specksteinfiguren, Taschen und extrawarmen Socken aus Yak-Wolle fündig. Nicht nur bei Kindern beliebt sind die weihnachtlichen Haarspangen aus Häkelstoff, überraschend häufig kaufen auch Erwachsene. Werkzeuge und Musikinstrumente aus Schokolade sind fast zu schade zum Verzehr. Kochfans erwerben Weihnachtsgewürze, Cranberry-Balsamico, Pesto mit Trüffel sowie Erbsen im Wasabi-Mantel. Auf dem Weihnachtsmarkt werden oft Klassiker gegessen: Steakbrötchen mit Zwiebeln, Bratwurst, gebrannte Mandeln und fränkisch-hohenlohische Schneeballen. Jugendliche beißen gerne in Chicken Kumpir oder Corndog, auf die Kartoffeltwister lässt man sich am liebsten Knoblauchsauce träufeln. Stammgäste wissen Qualität zu schätzen, zum Beispiel belgische Schokolade, die Früchte zart umhüllt.
Nicht vom Brot allein: Beim Handbrot, das mit Champignons gefüllt ist, fällt der Blick der Besucher auf die Bibel an der Theke, was manche schon zu einem spontanen Gebet bewegt hat. Wer seine Liebe zur Quadratestadt durch entsprechende Accessoires bekunden möchte, diskutiert am Stand mit den Wasserturm-Socken darüber, ob es nun „Mannem“ oder „Monnem“ heißt. Unentschiedene greifen zur Mütze: Da steht nur „Ajoo“.



